beratungsNetzwerk hessen - Mobile Intervention gegen Rechtsextremismus

Rechtsextremismus in der Schule

Rechtsextremismus in der Schule

Das Beratungsfeld Schule ist komplex, denn hier sind verschiedene Personen auf verschiedenen Ebenen involviert:
Angefangen bei der Schulleitung, über Lehrkräfte, Schulsozialarbeiter/innen und Schüler/innen bis hin zu den Eltern. Entsprechend vielfältig sind die Problemperspektiven und Interessen. Eine Herausforderung für Schulen und die Beratung liegt darin, einen geeigneten Umgang mit rechtsaffinen Jugendlichen zu finden, der einerseits Chancen zur konstruktiven Auseinandersetzung mit dem Geschehen bietet und dabei gleichzeitig dem Schutz der Opfer zentrale Bedeutung zumisst.

LÖSUNGSWEGE:
1. Rechtsextreme Vorgänge beim Namen nennen und offensiv angehen

Die in Schulen häufig geäußerte Angst, dass die Thematisierung rechtsextremer Vorkommnisse zu einem Imageverlust der Schule führen könnte, sollte ins Gegenteil verkehrt werden. Die leitende Idee sollte sein: Uns bedeuten demokratische Werte so viel, dass wir in eine Auseinandersetzung mit Meinungen eintreten, die sie gefährden oder infrage stellen.

2. Solidarität mit den Betroffenen zeigen

Wenn es rechtsextreme Auffälligkeiten gibt, dürfen die betroffenen Schüler/innen, Lehrer/innen, Sozialarbeiter/innen nicht mit den Problemen allein gelassen werden. Stärkung von Innen durch Schulleitung, Fachkonferenz, SV, Demokratie AG etc. ist ebenso notwendig wie Hilfe von Außen z. B. durch das beratungsNetzwerk hessen oder örtliche Initiativen.

3. Zahlen – Daten – Fakten: Wissen sichern, Erfahrungen austauschen, Konzepte erarbeiten

Das beratungsNetzwerk hessen steht den Schulen – sowohl Schulleitungen und Lehrerkonferenzen als auch Klassen – zur Planung und Durchführung von Info-Veranstaltungen, Aktionstagen und Projektwochen zur Verfügung. Je nach gewünschtem Schwerpunkt können die Themen Rechtsextremismus, Alltagsrassismus, Demokratie, Menschenrechte oder Zivilcourage in den Mittelpunkt gerückt werden.

4. Gelebte Demokratie in der Schule einüben

Wenn die Schüler/innnenvertretung ihren Auftrag zur Mitgestaltung des Schullebens proaktiv wahrnimmt, wird Demokratie erfahrbar. Weitere Möglichkeiten, das soziale Miteinander positiv zu beeinflussen, sind eine Demokratie- oder eine Menschenrechts-AG, ebenso wie z. B. Schüler-Streitschlichter-Projekte.

5. Projekte wie „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

Die Schülerprojekte verlangen von der gesamten Schulgemeinde eine intensive Auseinandersetzung mit allen Facetten des Rassismus und der Diskriminierung, sowie Selbstverpflichtungen und jährliche Projekte zum Thema, damit die Projekte keine Alibi-Aktionen werden. (>> http://www.schule-ohne-rassismus.org/startseite/)

 

Nachbereitung des Ausstellungsbesuches

Austausch im Kollegium: Gibt es rechtsextreme Tendenzen auch an unserer Schule? Wie sieht der bisherige Umgang mit dem Rechtsextremismus an unserer Schule aus? Wie würden wir unsere Schule einordnen? (vgl. Seidl 2008)

  • Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.) (2013): Entscheidung im Unterricht…. Was tun gegen Rechtsextremismus? Bonn.
  • Fischer, Sebastian (2013): Rechtsextremismus – Was denken Schüler darüber? Untersuchung von Schülervorstellungen als Grundlage nachhaltiger Bildung. Schwalbach/Ts.
  • Seidl, Eberhard (2008): Dimensionen des schulischen Umgangs mit Rechtsextremismus. In: Molthagen, Dietmar/Klärner, Andreas u.a. (Hrsg.): Lern- und Arbeitsbuch „gegen Rechtsextremismus“ - Handeln für die Demokratie. Bonn. S. 2-12 http://www.fes-gegen-rechtsextremismus.de/pdf_08/Seidel.pdf
  • Hessisches Kultusministerium/Amt für Lehrerbildung (Hrsg.) (2010): Schule mit Courage – Rechtsextremismus als pädagogische Herausforderung. Fuldatal.
  • Kirschnick, Sylke (2001): Rechtsextremismus an Schulen. Was tun? Anregungen und Argumente für Lehrer/innen. In: Butterwegge, Christoph; Lohmann, Georg (Hrsg.): Jugend, Rechtsechtsextremismus und Gewalt. Analyse und Argumente. Opladen. S.  131-148.
  • Landeszentrale für Politische Bildung Baden-Württemberg (Hrsg.) (2008): Zeitschrift für die Praxis der Politischen Bildung. Politik & Unterricht. Die rechtsextremistische Szene. Einstiege – Gegenstrategien – Ausstiege. 2/2008.
  • Rat für Kriminalitätsverhütung in Schleswig-Holstein (2012): Rechte Sprüche in der Klasse. Eine Unterrichtshilfe für Pädagoginnen und Pädagogen zum Umgang mit rechtsextremistisch orientierten Schülerinnen und Schülern. Kiel http://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/IV/Service/Broschueren/Broschueren_IV/Kriminalpraevention/rechteSprueche.pdf?__blob=publicationFile&v=2
 - Rollup: Rechtsextremismus in der Schule