beratungsNetzwerk hessen - Mobile Intervention gegen Rechtsextremismus

Vorurteile in der Mitte der Gesellschaft

Vorurteile in der Mitte der Gesellschaft

Der Rechtsextremismus ist kein Randphänomen, sondern gedeiht in der Mitte unserer Gesellschaft. Die Übergänge vom Rand zur Mitte und vom latenten zum manifesten Rechtsextremismus sind fließend. Doch was ist eigentlich Rechtsextremismus und wie kann dieses Phänomen begriffen werden? Was sind die verschiedenen Dimensionen/Facetten des Rechtsextremismus? Ist Rechtsextremismus und rechtsextremes Denken weit verbreitet? Wer denkt rechtsextrem?

1. Vorbereitung des Ausstellungsbesuches / Einführung in das Thema


Statement-Ampel

Inhalt und Ziel der Methode: Die Lehrkraft liest eine Reihe von Statements vor bzw. visualisiert sie, und die Schüler/innen werden gebeten, dass sie bei Zustimmung eine grüne Karte, bei Ablehnung eine rote Karte und bei Unentschiedenheit eine gelbe Karte in die Luft heben (Ampel-Karten werden vorher verteilt). Die Ergebnisse werden festgehalten und visualisiert. Am Ende erfolgt die Auswertung und Einordnung durch die Gruppe.

Quelle: Landesjugendring Brandenburg, RECHTSEXTREME EINSTELLUNGEN, Baustein für die Juleica-Ausbildung, Seite 2 - 5


„Stimmst du zu, dass…“ – persönliche Abfrage

Inhalt und Ziel der Methode: Die Schülerinnen und Schüler bekommen ein Arbeitsblatt, auf dem die Aussagen/Items, die auf dem Rollup „Rechtsextremismus in der Mitte der Gesellschaft“ zu finden sind, zur persönlichen Beantwortung vorgelegt sind. Nach der persönlichen Beantwortung dieses Fragebogens werden die Ergebnisse der Untersuchung von der Lehrkraft vorgestellt und eingeordnet. So erkennen die Schüler/innen im ersten Schritt – auch diejenigen, die von sich selber dachten, sie seien „frei“ von menschenfeindlichen Einstellungsmustern -, dass dies ohne Reflexion nicht selbstverstänldich der Fall ist. Aufgabenblatt "Stimmst du zu, dass...". (Umfrage zu "Rechtsextremismus in der Mitte der Gesellschaft")


Mindmap: Was ist Rechtsextremismus?

Ziel und Inhalt der Methode: Mit Mindmaps kann man Gedanken und Informationen einfach und schnell ordnen. Dabei fallen zum Thema „Rechtsextremismus“ wichtige Stichworte. Die kurzen Infoblöcke enthalten weitere Informationen zu den Stichworten.

Quelle: bpb, Entscheidung im Unterricht Nr. 2/2013. Was tun gegen Rechtsextremismus?, Seite 20.



2. Methodenvorschläge während des Ausstellungsbesuches


Meinungsbarometer

Einzelne Elemente aus dem Arbeitsblatt: „Schüler für Schüler“ - Thema: Rechtsextremismus sind auch in Kombination mit dem Meinungsbarometer denkbar. Beispiel:

Wie würdest du Rechtsextremismus definieren? Diskutiere deine Definition mit deiner/m Partner/in. Streiche die deiner Meinung nach falsche Antwort durch bzw. positioniere dich auf dem Meinungsbarometer! Ist im Rechtsextremismus jeder Mensch gleich viel wert? Ja/Nein. Was meinst du, steigt die Anzahl der Neonazis seit 1990 an? Ja/Nein

Erläuterung des Meinungsbarometers: Befestigen Sie ein „Barometer“ mit Kreppband auf dem Boden vor dem Rollup „Rechtsextremismus in der Mitte der Gesellschaft“. An das eine Ende legen Sie eine Karte „0 %“ und an das andere Ende eine Karte „100 %“. Lesen Sie die Items/Aussagen vom Rollup laut vor und bitten Sie die Gruppe, sich je nach Grad der Zustimmung oder Ablehnung entlang der Linie aufzustellen und das ganze Spektrum zwischen 0 % bis 100 % auszuschöpfen. Damit verschaffen Sie sich ein Stimmungsbild über die Meinungen der Jugendlichen zum Thema und wecken Lust auf die Diskussionen.

Quelle: http://www.digitale-schule-bayern.de/dsdaten/118/78.pdf


Mini-Statistik

Anhand der Items und deren Zustimmungswerte auf dem Rollup erhalten die Schüler/innen bei einer Grundgesamtheit von 100 % der Klasse die Aufgabe, sich nach den prozentualen Anteilswerten an bestimmten Punkten im Raum (bspw. Ecken im Klassenzimmer) zu verteilen und so die Verteilung mit Körpereinsatz zu visualisieren. Nachdem die Schüler/innen sich im Raum verteilt haben, kann eine Befragung der Schüler/innen nach ihren Empfindungen (sind die Schüler/innen vom Ergebnis überrascht?) durch die Lehrkraft erfolgen (bspw. „Wie ist es für dich/euch hier zu stehen?“) Eine andere Möglichkeit ist, dass sie vor Ort auf Flipchartpapier ein Balken- oder Tortendiagramm anfertigen.

 

3. Nachbereitung des Ausstellungsbesuches


Tipps zum Erkennen rassistischer Vorurteilsbildung in Texten und Bildern

Inhalt und Ziel der Methode: Gespräche über Vorurteile und Feindbilder können immer in eine Reproduktion von Vorurteilen und Feindbildern abgleiten. Deshalb sollten nie mehr Vorurteile und Feindbilder aufgerufen werden als auch sorgfältig analysiert werden können. Das Team muss inhaltlich selbst gut vorbereitet sein. Für die Arbeit mit Texten und Bildern sollten die Teamer/innen selbst Übung in der Interpretation von Texten und Bildern haben.

Quelle: http://baustein.dgb-bwt.de/PDF/C1-Feindbilder.pdf


„Heimliche Botschaft“ oder neutrale Redewendung?

Inhalt und Ziel der Methode: Analysieren, welche Nebenbedeutungen gängige Alltagsausdrücke haben; Reflektieren, inwieweit Sprache das Denken und Handeln einer Gesellschaft widerspiegelt; Sensibilisieren dafür, wie viele Diskriminierungen auf diese Weise ganz „alltäglich“ und oft unbedacht erfolgen. Beispiele: Diskriminierende Redeweisen - „Hottentotten“, „Mauscheln“, „schwarz“ ärgern, etwas ist „getürkt“ und "das kommt mir spanisch" vor. Positivbegriff – Negativbegriffe „Weißeuropäer“ - "Schwarzafrikaner“

Quelle: http://baustein.dgb-bwt.de/PDF/C4-HeimlicheBotschaften.pdf

1. Literaturhinweise

  • Decker, Oliver/Kiess, Johannes/Brähler, Elmar (2014): Die stabilisierte Mitte. Rechtsextreme Einstellungen 2014. Leipzig
  • Heitmeyer, Wilhelm (Hrsg.) (2012): Deutsche Zustände. Folge 10. Berlin: Suhrkamp Verlag.
  • Zick, Andreas / Klein, Anna (Hrsg.) (2014): Fragile Mitte – Feindselige Zustände. Rechtsetxreme Einstellungen in Deutschland 2014. Friedrich-Ebert-Stiftung. Bonn: Dietz-Verlag.

2. Filme und Medien

  • Bundeszentrale für politische Bildung/bpb: In welchen Formen begegnet uns eigentlich Rechtsextremismus heute?  http://www.youtube.com/watch?v=3FAuoxeT6Wk
  • „Film ab! Gegen Nazis“ Beschreibung auf der Homepage: „Im Fokus der Website stehen 12 Filme, die wir für die schulische und außerschulische Arbeit empfehlen. Jeder Film wird einzeln vorgestellt mit einer Inhaltsangabe, Informationen zum Verleih, zur entsprechenden Alterszielgruppe und zu pädagogischen Fragestellungen. Ebenso finden Sie Schlagwörter zu Themen, die in dem Film auftauchen und in unserem umfangreichen Glossar vertiefend behandelt werden. Hier finden Sie auch Links zu weiterführenden Informationen und Quellen. Für jeden Film gibt es ein Arbeitsblatt, das Sie für Ihre Arbeit in der Schule oder in der Jugendeinrichtung nutzen können. Unter dem Menüpunkt "Broschüre Kontext Menschenrechte" finden Sie zwei inhaltlich einführende Artikel. Im ersten Artikel begründen wir die Filmauswahl aus pädagogischer Sicht. Im zweiten Text wird die Relevanz der Menschenrechte für die Rechtsextremismusprävention beleuchtet. Beide Artikel sind geeignet, um Kontextwissen für die pädagogische Arbeit und einen weiteren Einblick in damit verbundene politische und gesellschaftliche Fragen zu erhalten.“ (Quelle: http://www.filmab-gegennazis.de)

 

 - Rollup: Vorurteile in der Mitte der Gesellschaft